Wie oft muss ein Messmittel kalibriert werden?

adminZuletzt aktualisiert: 25.08.2026
IntervallPrüfmittelverwaltung

Die kurze Antwort: Es gibt keine allgemein gültige Frist. Wer Ihnen sagt, ein Messschieber müsse "alle zwölf Monate", verkauft Ihnen eine Faustregel als Regel.

Das Intervall legt der Betreiber fest — also Sie. Sie tragen damit auch die Verantwortung dafür, dass es angemessen ist.

Woran Sie es festmachen

Wie kritisch ist die Messung? Ein Gerät, mit dem Sie ein sicherheitsrelevantes Maß abnehmen, braucht ein engeres Intervall als eines, mit dem grob vorsortiert wird.

Wie stark wird das Gerät beansprucht? Ein Messmittel im Dreischichtbetrieb altert anders als eines, das dreimal im Jahr aus der Schublade kommt.

Wie stabil war es bisher? Das ist der wichtigste Punkt — und der am häufigsten ignorierte. Wenn ein Gerät über vier Kalibrierungen hinweg kaum gewandert ist, spricht wenig für ein kurzes Intervall. Driftet es sichtbar, spricht viel für ein kürzeres.

Was sagt der Hersteller? Eine Empfehlung, kein Gesetz. Sie ist ein guter Startwert, wenn Sie noch keine eigene Historie haben.

Was passiert im Fehlerfall? Je teurer die Rückrufaktion, desto kürzer das sinnvolle Intervall.

Der praktische Einstieg

Ohne eigene Erfahrungswerte beginnen die meisten mit der Herstellerempfehlung oder mit zwölf Monaten und passen dann an: Geräte, die über mehrere Zyklen stabil bleiben, bekommen ein längeres Intervall. Geräte, die auffallen, ein kürzeres.

Genau dafür ist die Gerätehistorie da. Wer jede Kalibrierung nur als PDF ablegt, kann diese Frage nie beantworten — die Werte stehen in fünfzig Dateien und niemand vergleicht sie. Liegen die Ergebnisse strukturiert vor, sehen Sie die Drift eines Geräts über Jahre auf einen Blick.

Was Sie dokumentieren sollten

Nicht nur das Intervall, sondern die Begründung dafür. Bei einem Audit ist die Frage selten "warum zwölf Monate?", sondern "wie sind Sie darauf gekommen?".