Was ist ein DCC?
DCC steht für Digital Calibration Certificate — den digitalen Kalibrierschein. Statt einer PDF-Tabelle, die ein Mensch lesen und abtippen muss, ist es eine strukturierte XML-Datei, die Software direkt einlesen kann.
Was darin steht
Ein DCC enthält dieselben Angaben wie ein Papierschein, nur maschinenlesbar ausgezeichnet:
- Verwaltungsdaten — wer hat kalibriert, wann, für wen, unter welcher Auftragsnummer
- Gerätedaten — Hersteller, Typ, Seriennummer, Identifikation im Kundenbestand
- Messergebnisse — Sollwert, Istwert, Abweichung, Messunsicherheit, jeweils mit Einheit
- Bedingungen — Umgebungstemperatur, Luftfeuchte und andere Einflussgrößen während der Messung
- Kommentare und Befunde — alles, was zusätzlich festgehalten wurde
Der entscheidende Unterschied liegt bei den Einheiten und Zahlenwerten: In einem PDF steht "10,002 V" als Text. Im DCC steht der Zahlenwert getrennt von der Einheit, in einem Feld, das eine Software eindeutig zuordnen kann.
Was sich dadurch im Alltag ändert
Der übliche Ablauf ohne DCC: Kalibrierschein kommt als PDF, jemand öffnet ihn, liest Werte ab, tippt sie in die Prüfmittelverwaltung, jemand anders prüft gegen. Bei fünfzig Geräten ist das ein halber Tag Arbeit — und jede Abtippstelle ist eine mögliche Fehlerquelle.
Mit DCC liest das System die Datei ein. Gerät zugeordnet, Werte übernommen, Intervall neu gesetzt, fertig. Der Medienbruch zwischen Labor und Prüfmittelverwaltung verschwindet.
Was Sie dafür brauchen
Zum reinen Ansehen genügt ein Viewer — der DCC-Viewer auf dieser Seite öffnet jede Datei direkt im Browser, ohne Upload.
Zum automatischen Einlesen brauchen Sie eine Prüfmittelverwaltung, die DCC unterstützt. Sinnvoll ist deshalb, beim Wechsel des Kalibrierdienstleisters oder der Software gezielt danach zu fragen.
Ersetzt das DCC das PDF?
In der Praxis noch nicht. Üblich ist, dass beide Formate zusammen geliefert werden: das DCC für die Maschine, das PDF für den Menschen und für die Ablage.